Industriegeschichte neu erleben. Klostermühle Boitzenburg.

Infos rund um deinen Mühlen-Besuch

Öffnungszeiten

Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr

Preise

Erwachsene: 5,00 €

Kinder: 2,50 €

Schulklassen bis max. 30 Personen, inkl. Führung: 3,00 € pro Person

Einstündige Führung nach vorheriger Anmeldung: 20 € (Personenanzahl unabhängig)

Parken

Kostenlose Parkplätze stehen am Mühlenweg 4A unmittelbar vor dem Areal zur Verfügung.

Barrierefreiheit

Zum aktuellen Zeitpunkt ist die Klostermühle Boitzenburg nicht barrierefrei.

Gastronomie

Im Ort Boitzenburg freuen sich das Café und Restaurant Marstall Boitzenburg und die Mocca Milch Eisbar auf deinen Besuch.

Die Klostermühle Boitzenburg bringt dir eine der wichtigsten industriellen Revolutionen noch einmal so nah, als wärst du live dabei gewesen. Eingebettet in eine einzigartige Naturlandschaft wird Geschichte hier nicht nur erzählt, sondern erlebbar gemacht.

„Es klappert die Mühle am rauschenden Bach …“ – in Boitzenburg ist es der Strom, der seit Jahrhunderten die Klostermühle antreibt. Er fließt vom Oberuckersee aus vorbei an der Klostermühle, der Klosterruine, durch den Tiergarten in Richtung Prenzlau und weiter bis zur Ostsee. Seit über 700 Jahren nutzt die Klostermühle die Kraft dieses Wassers – und erzählt damit ein außergewöhnliches Kapitel regionaler Geschichte.

Seit 1979 ist der Mühlenkomplex als Technisches Denkmal und Museum öffentlich zugänglich. Besucher erleben hier nicht nur Maschinen, sondern ein lebendiges Handwerk: Bei Führungen setzt der Museumsmüller Martin Joost das Mahlwerk in Gang, erklärt den Weg des Getreides vom Hebeboden über Steinboden und Sichter bis zur Absackbank, zeigt die historische Bäckerei im Keller, die Müllerwohnung mit der „swarten Köken“ – und erzählt dabei Geschichten aus einer Zeit, die nicht weniger als den Ursprung unserer modernen Industriegesellschaft markiert

Die Klostermühle Boitzenburg wurde erstmals 1271 erwähnt, als die Markgrafen Johann II., Otto IV. und Conrad mit ihrer Stiftung die Erstausstattung des Zisterzienserinnenklosters sicherten. Nach der Auflösung des Klosters in der Reformation gelangte die Mühle zusammen mit dem übrigen Besitz in das Eigentum der Familie von Arnim, in dessen Händen sie bis 1945 blieb.

Trotz Zerstörungen und Umbrüche überstand die Mühle die Jahrhunderte – das heutige Mühlengebäude besteht in seiner Grundform seit etwa 1752. Im Inneren wurde die Technik immer wieder an den Stand der Zeit angepasst: Vom Wasserrad über ausgeklügelte Mahl-, Förder- und Sichtsysteme bis hin zur Francis-Turbine, die ab 1919 nicht nur den Mühlenbetrieb, sondern zeitweise große Teile Boitzenburgs mit elektrischem Licht versorgte.

Bis 1959 wurde hier Mehl gemahlen, bis 1978 Mischfutter hergestellt. Der Erhalt dieses in seiner Vollständigkeit einzigartigen Zeugnisses historischer Mühlentechnik ist der Sammelleidenschaft und Weitsicht des letzten Müllers Willi Witte zu verdanken, der ab 1974 den Grundstein für das heutige Museum legte.

Orte wie die Klostermühle Boitzenburg gibt es nur, weil es Menschen wie Martin Joost gibt.

Der Betrieb und Erhalt der Klostermühle liegt bei Martin Joost in den besten Händen. Seit 2012 hat er die Aufgaben des ehemaligen Müllers übernommen. Mit technischem Verständnis, praktischer Vielseitigkeit und großer Sorgfalt kümmert er sich um das denkmalgeschützte Ensemble und trägt dazu bei, die Mühle als lebendigen Ort zu bewahren.